9. Dezember 2021

Wurzelbehandlung – Die 7 häufigsten Fragen professionell beanwortet

Was ist eine Wurzelkanalbehandlung überhaupt und wie ist hierbei das Vorgehen? Ist die Therapie schmerzhaft und können Zähne so wirklich langfristig erhalten werden? In unserem aktuellen Blogbeitrag beschäftigen wir uns mit dem Thema der Wurzelkanalbehandlung, umgangssprachlich auch oft Wurzelbehandlung genannt.

Was ist eine Wurzelbehandlung überhaupt?

Eine Wurzelbehandlung ist eine zahnmedizinische Methode, mit der abgestorbene oder entzündete Zähne erhalten werden können. Die Bakterien und das Entzündungsgewebe wird aus den Kanälen mit speziellen Instrumenten entfernt und die Funktion des Zahnes widerhergestellt.

Wann ist eine Wurzelbehandlung nötig?

Zu Beginn einer solchen Therapie steht die eingehende Diagnostik. Hierbei wird der Patient nicht immer mit einer Schmerzsymptomatik vorstellig. Manchmal werden Zähne, die eine Wurzelkanalbehandlung benötigen auch über einen sogenannten Zufallsbefund diagnostiziert. Hier sieht der Zahnarzt/die Zahnärztin entweder bei der klinischen Untersuchung Anzeichen einer entzündeten Zahnwurzel, wie einem dunklen Zahn, Fistelgang oder die fehlende Reaktion auf einen Kältetest. Oder aber mittels eines Röntgenbildes kann die Notwendigkeit einer Wurzelbehandlung (zahnmedizinisch korrekt einer endodontischen Zahnbehandlung) festgestellt werden.

Die letze Möglichkeit einen Zahn zu erhalten?

Wann wird so eine Behandlung überhaupt notwendig und was sind die Auslöser, dass der Zahn „abstirbt“ und sich entzündet? Oftmals ist die Wurzelkanalbehandlung die letzte Möglichkeit einen Zahn zu erhalten. Bei einer Karies kann es zu einer Zahnwurzelentzündung kommen, hierbei greifen Bakterien die Zahnsubstanz an. Werden diese nicht rechtzeitig erkannt oder am an Eindringen in das Zahninnere gehindert, so gelangen die Bakterien und Toxine in Nervnähe (in die Pulpanähe des Zahnes). Die nicht erkannte bzw. nicht behandelte Karies führt dann oft zu einer Entzündung der Zahnwurzel.

Eine Wurzelbehandlung kann den erkrankten Zahn retten. Aber es gibt auch weitere Möglichkeiten, wieso eine endodontische Zahnwurzelbehandlung notwendig werden kann. So kann es zum Beispiel auch im Zuge eines Traumas (Unfall oder Stoß/Schlag) oder eines Schleiftraumas zu einem Entzündungsgeschehen kommen. Die richtige Diagnose stellt der Zahnarzt.

Wurzelbehandlung - Zahnärztin Frau Kern bei der Arbeit
Zahnärztin Frau Kern bereitet eine Wurzelkanalbehandlung vor.

Tut eine Wurzelkanalbehandlung weh?

Wie läuft die Therapie ab und wie lange dauert eine Wurzelkanalbehandlung überhaupt? Ist die Behandlung schmerzhaft? Die Zahnwurzelbehandlung verfolgt das Ziel, einen kranken oder beschädigten Zahn zu erhalten. Zu Beginn erfolgt die Aufklärung der Therapie durch den behandelnden Zahnarzt.

Ob die Behandlung in einem oder mehreren Sitzungen (meist je 1 Stunde) erfolgen muss, hängt von mehreren Faktoren ab. So spielt unter anderem die initiale Diagnose (z.B. Trauma bedingt oder kariesbedingt), die Größe der Entzündung und das vorangegangene Beschwerdebild des Patienten (wie stark waren die Schmerzen, als der Patient vorstellig wurde) eine Rolle. Wie viele einzelne Termine notwendig werden, wird im Aufklärungsgespräch besprochen.

Wie funktioniert eine Wurzelbehandlung?

Zunächst betäubt der Zahnarzt/die Zahnärztin den Zahn mit einer Lokalanästhesie, die Behandlung an sich ist somit fast vollständig schmerzfrei. Daraufhin wird ein steriles Gummituch eingebracht, der sogenannte Kofferdam. Mit Hilfe diesem lässt sich ein speichelfreier Zugang gewähren und auch die Aspiration und das Verschlucken von Kleinteilen und Feilen wird somit verhindert. Der Zahn wird nun bis zum Zahnnerven (bis zur Pulpa) aufgebohrt, der Nerv wird entfernt und die einzelnen Kanäle werden mit einer desinfizierenden Lösung gespült. Auf diese Weise werden Bakterien, die sich in den Wänden eingenistet haben, beseitigt. Der Arzt räumt mit kleinen Feilen das Innere des Zahnes aus. 

Während der Wurzelkanalbehandlung werden Röntgenbilder erstellt, um Zahnlänge und Behandlungsstatus zu beurteilen. Daraufhin wird der Zahn mit einer Wurzelfüllung und anschließend mit einer Kunststofffüllung verschlossen. Nach Abschluss dieser Prozedur, wird der wurzelbehandelte Zahn meistens überkront, damit trotz Substanzverlust ein langfristiger Erhalt gewährleistet werden kann.

Was sind die Risiken einer Wurzelbehandlung?

Gibt es Risiken bei einer Wurzelbehandlung? Und was sind die Alternativen? Wie bei jedem medizinischen Eingriff ist auch die Therapie einer entzündeten Zahnwurzel mit Risiken verbunden. So ist zunächst klar zu stellen, dass eine Wurzelkanalbehandlung nur ein Versuch ist den erkrankten Zahn zu retten, eine Garantie gibt es natürlich nicht. Zusätzlich kann es zu Komplikationen während der Therapie kommen, wie Infektionen, Blutungen, Schmerzen und Schwellungen, Instrumentenbruch im Wurzelkanal, Verletzungen an Kieferhöhle oder Nerven, Schädigung umliegender Zähne, Verlust des operierten Zahnes oder es kann zu einer Verfärbung des Zahnes kommen.

Eine wirkliche Alternative zu einer Wurzelkanalbehandlung gibt es außer dem Entfernen des erkrankten Zahnes durch eine Extraktion (= Zahnentfernung) nicht. Ob es besser ist den Zahn zu retten oder zu entfernen wird gemeinsam mit dem Patienten besprochen und entschieden.

Was sind die Vorteile einer Wurzelbehandlung?

Was ist die Prognose eines wurzelkanalbehandelten Zahnes? Vorteile sind klar, dass der eigene, natürliche Zahn erhalten bleibt. Zusätzlich vermeidet man so auch aufwendigen und oft kostspieligeren Zahnersatz wie Brücken oder Implantate. Außerdem kann der endodontisch behandelte Zahn als Stütze dienen, falls zu einem späteren Zeitpunkt eine Brücke über benachbarte Zahnlücken notwendig wird.

Sind noch Fragen unbeantwortet geblieben? Gerne beraten wir Sie umfassend bei uns in der Praxis. Ihr Team der Zahnarztpraxis Dr. Jendrik Hintze M.Sc.


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